Erfolgreiche Uraufführung von IN DIE WELT in Nyon
Die Weltpremiere des Dokumentarfilms IN DIE WELT von Constantin Wulff im internationalen Wettbewerb des Dokumentarfilmfestivals Visions du Réel in Nyon (17. – 23. April 2008) verlief erfolgreich.

Das Presseecho auf die erste Vorführung des Films war durchwegs positiv:

„Ebenso erhellend wie ergreifend ist Constantin Wulffs fast klassisches Direct-Cinema-Stück aus einer Wiener Geburtsklinik IN DIE WELT. Der Blick ist neugierig und offen, der eingespielte Apparat der Anstalt gibt die institutionelle Fassung für dramatische Einzelmomente. Routine und emotionale Höhepunkte sind klug ineinander verwoben, auch weil Wulff jede künstliche Dramatisierung unterlässt. Emotional geht IN DIE WELT auch so an die Höchstbelastungsgrenze, etwa bei einer in Realzeit gedrehten Geburt, bei der nur der im Hintergrund zappelnde Vater etwas “comic relief” gibt. Ganz im Gegensatz zu der beim Thema der Geburt grassierenden Betulichkeit bleibt IN DIE WELT ganz nüchtern und verschärft so den Blick auf das existentielle Gewicht.“
Silvia Hallensleben, epd Film

„Eine schöne Studie über die Institutionalisierung unseres Lebens gelang Constantin Wulff. Sein Film IN DIE WELT zeigt die rituellen Abläufe in einer Wiener Geburtsklinik, die wenig Raum für philosophische Gedanken über das Wunder von neuem Leben lassen: Während die Gebärenden oft an die Grenzen ihrer Kräfte kommen, erledigt das Personal das Schreien, Bluten und Bangen der werdenden Eltern genauso routiniert wie das Sortieren der Akten.”
Alexandra Stäheli, Neue Zürcher Zeitung

„Wulff überlässt es allein dem Zuschauer zu deuten und zu werten; ohne Intervention, ohne Inszenierung, ohne Musik beschränkt sich Wulff auf die beobachtende Position. Er zeigt die überwältigenden, glücklichen, aber auch tragischen Momenten bei Geburten, den Weg vom ersten Ultraschall zur letzten Wehe, den Alltag der Ärzte, Hebammen und Pfleger, die Hoffnungen und Ängste der werdenden Eltern, die bürokratischen Versuche zur Optimierung von Abläufen bis hin zur Putzkolonne, die ebenfalls zum Bild einer Klinik gehört. Das Fehlen von filmischen Mitteln zur Verstärkung der Bilder mindert die Emotionen beim Schauen nicht. Im Gegenteil: Sofort nimmt man am Leben in der Klinik teil, fühlt Glück, Leid, Routine.”
Annette Scharnberg, Basler Zeitung